Das Bezirksgericht Nagoya in Japan hat entschieden, dass die fehlende Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe im Land einen Verstoß gegen die Verfassung darstellt. Dies ist die zweite Gerichtsentscheidung in Japan, die Druck auf die Regierung von Premierminister Fumio Kishida ausüben könnte, LGBTQ-Paaren mehr Rechte zu gewähren.
Das Urteil fiel zugunsten eines schwulen Paares in den Dreißigern aus, das argumentierte, dass ihnen aufgrund ihrer Unfähigkeit, zu heiraten, gesetzlich keine Gleichbehandlung zustehe. Das Gericht lehnte ihre Forderung nach Schadensersatz durch den Staat ab. Japan ist der einzige G7-Staat, der gleichgeschlechtliche Ehen oder Lebenspartnerschaften nicht anerkennt.
Landesweit gab es eine Reihe von Klagen mit dem Ziel, Veränderungen herbeizuführen, mit bisher gemischten Ergebnissen. Ein Gericht in Hokkaido entschied 2021, dass die fehlende Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen verfassungswidrig sei, während ein Gericht in Osaka erklärte, dass die Rechte von LGBTQ-Paaren nicht verletzt worden seien.
Die Entscheidung des Bezirksgerichts Nagoya ist ein Schritt zur Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Japan, aber es handelt sich nicht um eine endgültige Entscheidung. In der Entscheidung des Bezirksgerichts Tokio vom November 2021 hieß es, dass das Fehlen eines rechtlichen Rahmens für die Familiengründung gleichgeschlechtlicher Paare eine „schwerwiegende Bedrohung“ ihrer Rechte darstelle, ohne jedoch gegen die Verfassung zu verstoßen.
Trotz der gemischten Gerichtsentscheidungen zeigte eine aktuelle Umfrage des Senders JNN, dass 63 % der Befragten in Japan die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe befürworten. Allerdings hat Kishida, der Vorsitzende der konservativen Liberaldemokratischen Partei, die Notwendigkeit betont, vorsichtig vorzugehen. Er sagte, er wolle die Entwicklungen bei Klagen und Partnerschaftssystemen berücksichtigen, die von lokalen Regierungen, einschließlich Tokio, eingeführt wurden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Nagoya ein Fortschritt für die gleichgeschlechtliche Ehe in Japan ist. Dies erhöht den Druck auf die Regierung, darüber nachzudenken, LGBTQ-Paaren mehr Rechte zu gewähren, aber bis zur Legalisierung ist es noch ein weiter Weg.


