Die anhaltende Dürre, die die zentralen USA und den Mittleren Westen heimgesucht hat, verursacht nun ein kritisches Problem entlang des Mississippi. Der Wasserstand des Flusses hat einen so niedrigen Stand erreicht, dass er nicht mehr genug Kraft erzeugen kann, um das eindringende Salzwasser aus dem Golf von Mexiko zurückzudrängen. Dadurch wird die Qualität des Trinkwassers in den umliegenden Gebieten beeinträchtigt, was eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellt.
Um dieses Problem zu bekämpfen, wurde das Army Corps of Engineers aufgefordert, Wasseraufbereitungsanlagen in Plaquemines Parish, Louisiana, wieder mit Wasser zu versorgen, die durch den Zustrom von Salzwasser überschwemmt wurden. Das Corps hat im unteren Teil des Flusses bereits eine Salzschwelle errichtet, um das Problem zu entschärfen. Darüber hinaus transportieren sie jetzt Süßwasser von flussaufwärts nach Plaquemines, nahe der Mündung des Mississippi, wo dieser in den Golf mündet. In einer aktuellen Erklärung gab das Corps bekannt, dass es bereits 500.000 Gallonen Süßwasser per Lastkahn an die Wasseraufbereitungsanlage Port Sulphur geliefert hat, um den Salzgehalt des Flusses dort zu verdünnen.
Die dürrebedingten Niedrigwasserstände wirken sich nicht nur auf den Mississippi, sondern auch auf seine Nebenflüsse wie den Ohio River aus. Tatsächlich erlebt der Ohio River derzeit in Cairo, Illinois, sein Niedrigwasserstadium. Laut dem US Drought Monitor sind derzeit fast 55 % des Mittleren Westens und fast 66 % des Südens von Dürrebedingungen betroffen. Louisiana ist besonders stark betroffen, da über 99 % des Staates von Dürre betroffen sind.
Die Auswirkungen der niedrigen Wasserstände gehen über die Gefährdung der Trinkwasserqualität hinaus. Der gesunkene Wasserstand wirkt sich auch auf die Transportbranche aus, da Lastkähne, die Fracht flussaufwärts und flussabwärts befördern, leichtere Lasten transportieren müssen. Der Mississippi ist ein wichtiger Transportweg für Getreide, Öl, Chemikalien und Rohstoffe, und die verringerte Frachtkapazität führt zu Störungen und Ineffizienzen in der Lieferkette. Im Herbst, wenn in den zentralen USA viele Feldfrüchte geerntet werden, sind Binnenschiffe ein wichtiges Transportmittel.
In anderen wetterbezogenen Nachrichten wird erwartet, dass der Tropensturm Philippe an den Karibikinseln Antigua und Barbuda vorbeizieht. Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 50 Meilen pro Stunde befindet sich derzeit 95 Meilen ostsüdöstlich von Barbuda. Unterdessen verstärkt sich der Taifun Koinu östlich von Taiwan und wird voraussichtlich am 4. und 5. Oktober den südlichen Teil der Insel treffen. Mit Windgeschwindigkeiten von potenziell 127 Meilen pro Stunde könnte sich Koinu zu einem schweren Sturm der Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Skala entwickeln. Es besteht auch die drohende Gefahr, dass der Taifun die Küste Chinas trifft, darunter Gebiete wie Shanwei, Shantou und möglicherweise sogar Hongkong.
In Europa herrscht in vielen Teilen des Kontinents weiterhin ungewöhnlich warmes Wetter. In Madrid beispielsweise wird bis Samstag eine Höchsttemperatur von 30 °C (86 °F) erwartet. Auch in Städten wie Paris, Berlin und London herrschen laut Maxar Technologies in dieser Herbstsaison höhere Temperaturen als üblich.


