In einer aktuellen Entwicklung hat der Flugzeughersteller Boeing die Fluggesellschaften aufgefordert, Inspektionen an ihrer Flotte von 737 MAX-Flugzeugen durchzuführen, da möglicherweise ein Problem mit einer losen Schraube im Rudersteuerungssystem vorliegt. Die Federal Aviation Administration (FAA) hat erklärt, dass sie die Situation genau beobachtet und auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Inspektionen weitere Maßnahmen ergreifen wird.
Nach Angaben der FAA empfahl Boeing die Inspektionen, nachdem ein globaler Betreiber bei routinemäßigen Wartungsarbeiten am Rudersteuerungsgestänge eine Schraube mit fehlender Mutter entdeckt hatte. Darüber hinaus fand Boeing ein weiteres nicht ausgeliefertes Flugzeug mit einer Mutter, die nicht richtig festgezogen war. Boeing hat versichert, dass das festgestellte spezifische Problem behoben wurde, empfiehlt jedoch vorsorglich Inspektionen. Die FAA und die Kunden von Boeing wurden über die Situation informiert und das Unternehmen wird regelmäßig über den Fortschritt berichten.
Boeing hat betont, dass die Inspektionen nur für die 737 MAX und nicht für das ältere Modell 737 Next Generation erforderlich sind. Der Hersteller hat den Fluggesellschaften empfohlen, diese Inspektionen innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen durchzuführen. Boeing hat jedoch versichert, dass die ausgelieferten 737 MAX-Flugzeuge weiterhin sicher fliegen können und die Produktion und Auslieferung der MAX wie geplant fortgesetzt wird.
Große inländische Kunden der 737 MAX, wie United Airlines und American Airlines, haben erklärt, dass sie nicht damit rechnen, dass diese Inspektionen ihren Betrieb stören werden. Southwest Airlines, eine Fluggesellschaft, die ausschließlich die 737 NG und MAX betreibt, hat noch nicht auf Anfragen zu diesem Problem geantwortet.
Zur Durchführung der Inspektionen müssen die Bediener eine Zugangsklappe entfernen und bestätigen, dass die Hardware gemäß den Spezifikationen von Boeing ordnungsgemäß installiert wurde. Der Vorgang wird voraussichtlich etwa zwei Stunden dauern. Boeing führt außerdem Inspektionen an nicht ausgelieferten 737 MAX-Flugzeugen durch, bevor es sie an Kunden übergibt. Die FAA wird während der Inspektionen eine enge Kommunikation mit Boeing und den Fluggesellschaften aufrechterhalten.
Der Flugsicherheitsexperte Anthony Brickhouse von der Embry-Riddle Aeronautical University hat erklärt, dass diese Inspektionen ernst genommen werden sollten, sieht sie jedoch nicht als große Sorge für die fliegende Öffentlichkeit an. Brickhouse geht davon aus, dass potenzielle Probleme mit dem Rudersystem wahrscheinlich bei Kontrollen vor dem Flug erkannt werden, bei denen die Flugbesatzungen routinemäßig den Zustand der Steuerungssysteme des Flugzeugs überprüfen.
Es ist erwähnenswert, dass die 737 MAX nach zwei tödlichen Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 bereits einer eingehenden Prüfung unterzogen wurde. Diese Vorfälle führten zu einem weltweiten Flugverbot für 20 Monate, wobei Boeing erhebliche Anstrengungen unternahm, um die Probleme zu beheben und die Sicherheit zu verbessern. Die FAA hat den Rezertifizierungsprozess für die 737 MAX genau beobachtet und das Flugzeug wird nach und nach weltweit wieder in Dienst gestellt.


